Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie


Die technischen Entwicklungen seit den 90er Jahren - bspw. in den Bereichen Geodateninfrastruktur, GPS, Fernerkundung, Photogrammetrie, Geoinformations- und Navigationsanwendungen, Web-Mapping usw. - erforderten eine Reformierung der bisherigen Ausbildungsberufe Vermessungstechniker/in und Kartograph/in.

Seit dem 1. August 2010 wird in den neuen Ausbildungsberufen Vermessungstechniker(in) und Geomatiker(in) nach der Verordnung über die Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie vom 30.05.2010 ausgebildet.

Für Auszubildende, deren Ausbildung bereits vor dem 01.08.2010 begonnen hat, gilt weiterhin die bisherige Ausbildungsverordnung vom 17.12.1994.

Sowohl die bisherigen als auch die neuen Ausbildungsberufe sind anerkannte Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit einer dreijährigen dualen Ausbildung (Betrieb und Berufsschule).


Übersicht zu den neuen Ausbildungsberufen in der Geoinformationstechnologie
:

Vermessungstechniker(in) Geomatiker(in)
Profil
  • Grundlagen der Geoinformation
  • Vermessungstechnische Methodik und  Berechnungen
  • technische Vermessungen (neu: Industrie- und Überwachungsvermessungen)
  • Liegenschaftskataster, Bau- und Bodenordnung, Grundstückswertermittlung
  • Geodatenmanagement (Erfassen, Verarbeiten, Veranschaulichen und Modellieren von digitalen und analogen Geodaten)
  • Visualisierung und Gestaltung
  • Kundenberatung und Marketing
Gemeinsame Grundlagen
  • Informations- und Kommunikationssysteme
  • berufsbezogene Rechts- und Verwaltungsvorschriften
  • naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen der Geoinformationstechnologie
Ausbildungs-struktur Gemeinsame Qualifikation im 1. Ausbildungsjahr, anschließend spezifische Qualifikationen
Besonderheiten Spezialisierung im 3. Ausbildungsjahr in Fachrichtungen:
  • Vermessung
  • Bergvermessung
Kartographie und Vermessungswesen sowie Bereiche Fernerkundung, Photogrammetrie und GIS werden erstmals in diesem neuen Ausbildungsberuf zusammengeführt
Arbeitgeber/ Ausbildungs-stellen (Auswahl)
  • Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, Vermessungs- bzw. Ingenieurbüros
  • staatliche oder kommunale Kataster- bzw. Vermessungsämter, Landesvermessungsbehörden, Ämter für Agrarordnung, Wasser- und Schifffahrtsämter
  • Energie- und Versorgungsunternehmen, größere Baufirmen
  • Bergbau-, Erdöl- und Erdgasförderunternehmen, Tunnel- und Brunnenbaubetriebe, Bergbehörden
  • Dienststellen des Vermessungs-, Kataster- und Geoinformationswesens
  • kartographische Betriebe und Verlage
  • Firmen der Fernerkundung
  • Ingenieurbüros, Firmen und Dienststellen mit Anwendung von Geoinformationssystemen

 

Voraussetzungen:

Bewerber für einen Ausbildungsplatz sollten mitbringen:
  • strukturiertes Denkvermögen
  • sorgfältige Arbeitsweise
  • gute mathematische Leistungen
  • Interesse für Computertechnik, Physik und Geographie
  • gutes Allgemeinwissen
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • zeichnerische Fertigkeiten
  • Bereitschaft für den Außendienst.

Es ist kein bestimmter schulischer Abschluss vorgeschrieben, jedoch ist mindestens ein guter Schulabschluss erforderlich. In der Praxis wird auf Grund der Ausbildungsinhalte häufig ein Sekundarschulabschluss bzw. das Abitur erwünscht.


Bewerbung

Viele Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure zählen zu den Ausbildungsstellen. Auszubildende werden sowohl im Innendienst als auch im Außendienst eingesetzt und erlangen dadurch eine praxisnahe Ausbildung. Auf der BDVI-Homepage www.bdvi.de finden Sie unter ÖbVI>>ÖbVI-Suche die ÖbVI-Büros in Ihrer Nähe.

Ausbildungsbeginn ist in der Regel der 1. August. Die Bewerbung sollte daher bis spätestens 31. Dezember des vorhergehenden Jahres bei der Ausbildungsstelle eingehen und neben dem Anschreiben mindestens ein Lichtbild, den Lebenslauf und eine Kopie des letzten Zeugnisses enthalten.

Für geeignete Bewerberinnen und Bewerber findet im Zuge des Auswahlverfahrens häufig ein Eignungstest statt. Hier sind Fragen zu technischen, mathematischen und allgemeinen Problemen zu beantworten. Bewerberinnen und Bewerber, die bei diesem Test gut abgeschlossen haben, werden sodann zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

 
Weiterführende Informationen zur Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie:

Nützliches

 

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